Das Bundesligawochenende vom 05.-07. Februar
2010
Am 5. Februar 2010 ist es wieder soweit, die 1. Mannschaft des SV Mülheim
Nord 1931 trägt ihren zweiten Heimkampf der Saison 2009/2010 aus.
Erstmalig findet das Ereignis jedoch an zwei unterschiedlichen Standorten
statt. Während am Freitag, den 5. Februar 2010 unsere 1. Mannschaft die Schachfreunde aus Katernberg in unserem Schachzentrum im Südbad empfängt, finden die Kämpfe des Wochenendes im Mülheimer Haus des Sports statt. Wie bei allen Mülheimer
Heimspielen gewohnt, ist der Besuch für die Zuschauer eintrittsfrei. Das Haus des Sports ist in direkter Umgebung unseres Schachzentrums.
In seiner unnachahmlichen Art
kommentiert wieder in bekannter Manier Dr. Philipp
Limbourg die Partien am Samstag und Sonntag vor Ort auf
der Großleinwand.
Rechtzeitig zum Kampf erschien das Sport & Co. Mazin für Mülheim
an der
Ruhr mit einem Interview mit unserem frischgebackenen Juniorenweltmeister Maxime Vachier Lagrave.

Die Veröffentlichung erfolgt mit freundlicher Genehmigung der sprenger
medien service GmbH.
10 Fragen an
Junioren-Weltmeister Maxime Vachier-Lagrave
Er berechtigt zu ganz großen Hoffnungen, obwohl er erst 19 Jahre jung ist. Vor
einigen Wochen wurde er in Argentinien Junioren-Weltmeister. Viele - die
meisten - wurden später auch Weltmeister
bei den Senioren. Blendende Aussichten
für das französische Supertalent, das beim Bundesligisten SV Mülheim-Nord
die Figuren erfolgreich zieht.
In welchem
Alter und durch den wurde Ihr Interesse
am Schachspiel geweckt?
Im Alter von 5 Jahren brachte mir mein
Vater die Schachregeln bei, als
er feststellte, dass ich mich für Mathematik
interessierte und ich liebte
das
Spiel sofort. Im folgenden Jahr trat ich einem
Schachverein (Creteil) bei.
Dies war auch das Jahr, in dem ich meinen ersten
französischen Meistertitel
(unter 8 Jahren) gewinnen konnte.
Wann haben Sie
mit dem Leistungssport Schach begonnen
und wo?
Ich würde sagen, mehr oder weniger in
dem Moment, als ich zum
Schachclub ging, vielleicht auch schon vorher, als ich
mit meinem
Vater gespielt habe und versucht habe, ihn zu besiegen.
In welchem
Alter errangen Sie den Titel eines Großmeisters?
Ich bekam den Titel im Alter von 14
Jahren und 4 Monaten. Die erste
Norm
hat mich viel Zeit gekostet, aber nachdem
ich sie errang, habe ich
7 Monate gebraucht um dann den Titel zu bekommen.
Was hat Sie
dazu bewogen, in der Bundesliga und gerade beim
SV Mülheim-Nord Schach zu spielen?
Irgendwann kam ich zu der Auffassung,
dass es gut für mich wäre in
der deutschen Bundesliga zu spielen, da sie
eindeutig einer der stärksten
Ligen
in der Welt (wahrscheinlich Nummer 2 nach
der russischen Liga) ist. Justamente zu diesem Zeitpunkt sprach mich Pavel
Tregubov, der mir
früher und auch heute noch sehr geholfen hat, darauf an für
Mülheim
zu spielen, wofür ich ihm danke.
Zu jedem Spiel
der Mülheimer kommen Sie aus Frankreich.
Belastet Sie das?
Grundsätzlich ist das nicht so schwer,
da die Anreisen nur einen Nach-
mittag dauern, wobei ich genügend Erholungszeit
habe. Die Entfernungen innerhalb der französischen Liga sind ähnlich, also wenn
mich solche
Reisen anstrengen würden, könnte ich nicht so viele Turniere
spielen.
Welches sind
Ihre Wunschziele mit dem SV Mülheim-Nord?
Ich denke, wir sind ein wirklich gutesTeam, also könnten wir eigentlich
mal
den Titel anpeilen. Das Problem hierbei
ist, dass Baden-Baden eine
sehr sehr gute Mannschaft hat, so selbst wenn wir
sie mal wie im letzten
Jahr mal ärgern können, müssten wir auf diesem Level das
komplette Jahr durchspielen können, da sie wohl alle anderen Spiele gewinnen werden;
und das
ist nahezu
unmöglich, da es zumindest 4 Teams gibt, die mit uns konkurrieren und die uns
sehr gefährlich werden können. Somit ist es realistischer einfach nur auf den
zweiten Platz zu spekulieren und selbst
das wird sehr schwierig,
da wir auf
dabei das ganze Jahr auf einem sehr
hohen Level spielen müssen.
Fast alle
Junioren-Weltmeister sind später einmal Weltmeister
bei
den Senioren geworden.
Denken Sie öfters daran?
Ich möchte diese Aussage korrigieren:
Ich
denke nahezu alle Weltmeister waren zunächst auch Junioren-Weltmeister.
Wie auch immer, waren nicht alle
Topspieler bei dem Turnier anwesend.
Selbst wenn ich auch sehr glücklich über
den Titel bin, ist er doch sicherlich keine Garantie dafür, irgendwann
Weltmeister werden zu können, obwohl
ich hierzu mein Bestes versuchen werde...Zur Zeit versuche ich einfach unterdie Top 5 zu kommen und selbst wird sehr schwierig, da die
Konkurrenz sehr
stark ist...
Neben den
Spielen bei Einzelturnieren und in der Bundesliga
treten
Sie ja auch in der
französischen Nationalmannschaft an?
Zu welchen Erfolgen konnten Sie beitragen?
Derzeit konnte ich leider nicht allzuviel
zum französischen Nationalteam beitragen, da ich die Juniorenweltmeisterschaft
gespielt habe.
Nichtsdestotrotz hatten wir
entsprechend der Teamstärke zweimal die Möglichkeit um eine Medaille zu spielen
(wenn nicht sogar um den Titel)
in
Turin und Heraklio ( das Problem ist, dass
wir nicht die einzige
Mannschaft
mit dieser Möglichkeit waren).
Neben dem
Gewinn der Junioren-Weltmeisterschaft gab
es sicherlich Erfolge, an die Sie sich
besonders gerne erinnern.
Welche waren das?
Ich war offensichtlich sehr glücklich
mit meinem Ergebnis beim Aeroflot
Open im Jahr 2006, welches als Turnier meines
Durchbruches auf
Topnieveau bezeichnet werden kann (6 aus 9 Punkten gegen
Gegner
mit
einem Wertungszahlendurchschnitt über 2650 Elo-Punkten).
Ich war auch sehr glücklich über meinen
französischen Meistertitel im
Jahr 2007, wie auch über meinen Sieg beim Marx
Gyorgy Memerial
im Jahr 2008 (gegen einen Wertungszahlendurchschnitt von 2620).
Last but not least scheint die Schweiz
mit meinen Siegen bei den
Lausanne Young Masters 2006 sowie Biel diesen Jahres
für mich ein
sehr gutes Pflaster darzustellen. Sportlich gesehen haben diese
Titel sogar
einen höheren Stellenwert als der Titel des Juniorenweltmeisters.
Mit 19 Jahren
hat man normalerweise noch keinen Beruf erlernt.
Was ist Ihr Berufswunsch und
was machen Sie derzeit?
Zur Zeit studiere ich zwar noch
Mathematik auf der Universität, doch voraussichtlich werde ich damit nach
meinem Abschluss (hoffentlich)
im nächsten Jahr aufhören, um eine
Profischachkarriere anzustreben.
|
Vita Maxime Vachier-Lagrave |
| Geboren am: |
21. Oktober 1990 |
| Wo: |
Nogent-sur-Marne (bei Paris) |
| Größter sportlicher Erfolg: |
Junioren-Weltmeister 2009 |
| Hobby: |
Computer,Mathematik,Sport |
| Lieblingsgegner: |
Arkadij Naiditsch, da er das
Schachbrett grundsätzlich unter Feuer setzt (auch wenn er dabei sicher nicht
der einzige ist) |
| Angstgegner |
Meine Trainer |
07. Februar 2010